Königsteiner Woche 15.12.2011

vom 20. Dezember 2011

Jackson Singers wecken Emotionen und

MGV freut sich über 380 Gäste

Lebensfreude pur in der katholischen Kirche in Falkenstein: Zum Abschluss des Konzerts gab es ein Wiedersehen mit allen Akteuren – mit den
Jackson Singers, dem Männerchor des MGV und mit dem Frauenchor „Canta Nobis“ des MGV. Foto: Dieter Schmid

Falkenstein (el) – Diesmal musste der Sonntags-Stammtisch der Aktiven des MGV vorzeitig abgebrochen werden. Aus gutem Grund. Galt es doch, vor dem großen Jahreskonzert in der katholischen Christkönigkirche noch einige Stühle mehr zu stellen. Und das nahm natürlich einiges an Zeit in Anspruch. „Wir haben schon im Vorverkauf 300 Karten absetzen können“, konnte Vereinsvorsitzender Walter Krimmel die Veranstaltung aus kaufmännischer Sicht schon im Vorfeld als vollen Erfolg werten. Am Ende war es ein mehr als ausverkauftes Haus mit 380 Gästen. Es kam noch besser: Der guten Tradition folgend, ihr Jahreskonzert im Gotteshaus zu geben, hatten sich die Falkensteiner Sänger diesmal Gäste eingeladen, die der neue Pfarrgemeinderatsvorsitzende der Christkönigkirche, Walter Schäfer, gar in seiner Begrüßung als „Gesamtkunstwerk“ ankündigte. „The Jackson Singers“ waren angetreten mit dem Anspruch, „Gospel Emotions“ – Emotionen – freizusetzen und das verfehlte seine Wirkung beim Publikum nicht. Die lebensbejahende Einstellung,  gepaart mit einem festen Glauben an Gott und verwurzelt in der Tradition der einstigen Sklaven in der „Neuen Welt“, die in den Baumwollplantagen sangen, um ihrem grausamen Alltag zu entkommen, war von Anfang an spürbar.

Mit Feuer in der Seele und viel Gefühl in der Stimme feuerte sich das  Ensemble, das vor 25 Jahren in Frankfurt gegründet wurde und dessen Mitglieder aus den USA und Trinidad stammen, sogar gegenseitig an und  interpretierte dabei seinen Glauben lautstark durch die Musik. Da durften selbstverständlich „Go Tell It On The Mountain“ („Geht! Ruft es von den  Bergen. Über das Land – und übers Meer. Geht! Ruft es von den Bergen – Christus ist der Herr) nicht fehlen. Knisternd auch die Atmosphäre bei „Oh Holy  Night“ (Heilige Nacht), leise Töne, die Gänsehaut verursachten, solo interpretiert in Chor-Roben, gehalten in Hellblau mit königlich in Gold gefasstem Schal. Es sind aber auch die kleinen Beobachtungen am Rande, die vielen Eindrücke, die bei diesem Konzert noch lange nachwirken werden.  Etwa, als Grundschullehrerin Eva-Maria Dorn einem der „Jacksons“, der sich derart verausgabt hatte, dass ihm die Schweißperlen von der Stirn tropften,  sehr aufmerksam ein Taschentuch reichte. Oder aber die gemeinsame Begrüßung, die alle Besucher des Konzerts ihrem Banknachbarn zusammen mit ihrem Namen zurufen sollten: „God Bless You!“ (Gott segne dich!). „Die Welt soll ein besserer Ort werden!“, lautet die Botschaft der Gospel-Sänger, die sowohl für besinnliche als auch durchaus joviale lebhafte Momente sorgten, stets umrahmt von den Sängerinnen und Sängern beider  Chöre des MGV Falkenstein, die unter der Regie ihres Dirigenten Mark Opeskin, der übrigens auch den entscheidenden Tipp gegeben hatte, der zum  Engagement der „Jackson Singers“ geführt hatte, Klassisches darboten, wie zum Beispiel das „Alleluja“ von Johannes de Cleve zum Auftakt, den beide  Chöre des MGV zusammen gestalteten. Dann ein getragenes in Moll gesungenes „Bajuschki Baju“ von Lorenz Maierhofer, interpretiert von „Canta Nobis“, gefolgt von „O Heiland reiß die Himmel auf“ und dann übernahmen die Herren wieder den Part vor dem Publikum mit Beethovens „Hymne an die  Nacht“, sauber betont – ein Hörgenuss!

Im zweiten Teil interpretierte der Männergesangverein unter anderem das Volkslied „ Es ist ein Ros  entsprungen“ und „Canta Nobis“ becircten ein kleines Vögelein: „Lieb Nachtigall, wach auf!“ Und die „Jackson Singers?“ Die waren auch nach der Pause –  diesmal ganz in dunklem Anzug und Abendkleid für die Damen – auch nach der Pause genauso emotionsgeladen wie zuvor. „Don‘t Let Nobody Turn  You Around“ („Bleib so wie du bist“) könnte auch als eine Art Credo für das Ensemble verstanden werden, das eben nicht antritt, um anderen etwas zu  beweisen, sondern seinen eigenen Stil hat, der es auszeichnet. Bevor beide Chöre des MGV, die Jackson Singers und das begeisterte Publikum den  gelungenen Abend mit einem gemeinsamen „O Du fröhliche“ abschlossen, dankte Walter Krimmel den Jackson Singers für ihren Auftritt, sowie allen  Helfern für ihr Engagement und den Besuchern für ihr zahlreiches Erscheinen.

Ein Weihnachtskonzert, wie man es nicht alle Tage erlebt: Voller Emotionen, die die „Jackson Singers“ ins Publikum transportierten.

Taunus Zeitung 15.12.2011

vom 20. Dezember 2011

Oh Lord – was für ein überwältigender

Konzertabend

Mit Stimmkraft und tief-emotionalen Liedvorträgen bewegten und begeisterten die Jackson Singers ihr Publikum.	Foto: Storch

Mit Stimmkraft und tief-emotionalen Liedvorträgen bewegten und begeisterten die Jackson Singers ihr Publikum. Foto: Storch

Falkenstein. Eine Sternstunde des Chorgesangs durften die Besucher der Falkensteiner Christkönigkirche beim jüngsten Weihnachtskonzert des MGV 1875 Falkenstein miterleben. Die Sängerinnen und Sänger der beiden Stadtteil-Chöre hatten sich zum musikalischen Jahresabschluss mit den „Jackson Singers“ stimmkräftige Unterstützung eingeladen. Eine hervorragende Wahl, daran ließen die prominenten Vertreter des Gospels nicht den Hauch eines Zweifels. Klangschöne Stimmen, tiefe Emotionalität und Lebensfreude und ein unnachahmlicher Rhythmus zogen das Publikum schnell in ihren Bann.

Die Wiege der Jackson Singers stand vor 25 Jahren in Frankfurt am Main. Der Chor wurde dort von dem mittlerweile verstorbenen Bob Jackson gegründet. Die Mitglieder des Ensembles kommen aus den USA und Trinidad. Die Sängerinnen und Sänger verstehen es, die einfache Botschaft der Gospels und Spirituals mit raffinierten Vocal-Arrangements zu präsentieren. Die Mischung aus tiefer Emotionalität und Temperament ist überzeugend. Selbst den Sängern liefen zum Teil die Tränen über das Gesicht und es war schnell klar, dass sich die Gruppe mit ihren Liedern identifiziert. Vielleicht machte gerade das die Stimmung so authentisch. Der Funke der Begeisterung sprang auf das Publikum über und erzeugte eine ganz besondere Atmosphäre. Spirituals waren die Lieder, die die Sklaven im Alltag sangen. Sie entstanden in freier Interpretation und wurden mündlich überliefert. Die Vielschichtigkeit der in den Liedern vorhandenen Poesie lässt unterschiedliche Interpretationen und Improvisationen zu. Dementsprechend präsentierte sich auch den Zuhörern in der Falkensteiner Christkönigkirche das eine oder andere bekannte Musikstück in einem gänzlich neuen Arrangement. „Gospel Emotions“, so der Titel des aktuellen Tour-Programms der Jackson Singers, vereint dabei bekannte Gospel und Spirituals wie „Go Tell It On The Mountain“, „Magnify The Lord“ oder „Take Me Back“ mit klassischen Weihnachtsliedern wie „O Come All Ye Faithful“ oder „Silent Night“.

Zwischen den Auftritten der Jackson Singers präsentierten sich der Männerchor und der Frauenchor „CantaNobis“ des MGV – jeder für sich wie auch gemeinsam – auf sehr hohem Niveau mit Werken unter anderem von Beethoven, Bretschneider, Kaiser, Maierhofer und Bruckner unter der Leitung von Mark Opeskin. Mit dem MGV 1875 Falkenstein veranstaltete Diplom-Chordirigent Opeskin bereits zahlreiche Konzerte, deren Programme die Bandbreite der Chorliteratur eindrucksvoll widerspiegeln.

Nach drei eindrucksvollen musikalischen Stunden nahm das Konzert ein ganz besonderes Ende – Gänsehaut und Tränen inklusive. Die Chöre des MGV, die Jackson Singers und das Publikum sangen gemeinsam „Oh Du Fröhliche“. Bereits zuvor hatte Vereinschef Walter Krimmel erfreut und gerührt festgestellt: „Wenn Sie jetzt hier stehen würden, wo ich stehe, wären Sie genauso überwältigt wie ich.“ Von der Altarseite aus überblickte Walter Krimmel die voll besetzte Christkönigkirche. Der jüngste Besucher war nach Feststellung Krimmels gerade mal ein Jahr alt und die älteste Besucherin über 90. Krimmel: „Musik verbindet eben doch und dann noch in einem so schönen Gotteshaus mit seiner hervorragenden Akustik. Wo ließe es sich schöner musizieren.“ (juba)