MGV und Cantus Wirena verkünden Engelsbotschaft aus 100 Kehlen

vom 21. Dezember 2012

„Königsteiner Woche“ vom 13. Dezember 2012

Falkenstein (el). – Feierliche Atmosphäre herrschte in der katholischen Christkönigkirche in Falkenstein; der Einmarsch der beiden Chöre, die zusammen engelsgleich aus 100 Kehlen singen würden, stand kurz bevor. Der MGV Falkenstein, als ältester, noch bestehender Verein des Ortsteils, ist bekannt für seine Konzerte in der Adventszeit, oft gemeinsam mit namhaften Künstlern und Chören. Anhand des Programms ließ sich ablesen, dass sich Dirigent Mark Opeskin, der Männergesangverein 1875 Falkenstein und die Wehrheimer Sänger von Cantus Wirens viel vorgenommen hatten. Eine aufwändige Probenarbeit war dem Konzert vorausgegangen, das eine Premiere darstellte, denn die beiden von Opeskin geleiteten Chöre gaben erstmals ein gemeinsames Konzert dieser Größenordnung. Ein Entschluss, den man bereits im Sommer unter den Eindruck des diesjährigen großen Chorfestes in Frankfurt gefasst hatte. Die erste von zwei Aufführungen im Advent fand bereits eine Woche zuvor in Wehrheim statt.

Die „Deutsche Messe“ von Franz Schubert und das „Oratorio de Noel“, op. 12 des französischen Komponisten Camille Saint-Saens erforderten ein perfektes Zusammenspiel von gemischtem Chor, Vokalsolisten, Streichorchester, Harfenspiel und Orgel, was alle mit Bravour bestanden. Mit den irdischen Sorgen und Nöten der Menschen beschäftigte sich der Männerchor des MGV Falkenstein im Rahmen der „Deutschen Messe“, einem geistlichen Musikwerk aus dem Jahre 1826, das sicherliche mehr Zuhörer in der Falkensteiner Kirche verdient hätte. Doch die Konkurrenz an Veranstaltungen aus dem Umfeld war ausgerechnet an diesem Nachmittag sehr groß. Man musste gegen zwei Weihnachtsmärkte – Königstein und Kronberg – und dazu noch zwei weitere Konzerte der Sangesbrüder und -schwestern in den Stadtteilen Schneidhain und Mammolshain antreten.

Das machte es nicht gerade leichter. Andererseits was das Konzert ein solcher Genuss, dass man solche Gedankengänge schon bald verabschieden konnte, als man sich ganz dem im gleichmäßigen Rhythmus gehaltenen Werk und seinen acht strophenähnlichen Teilen hingab und sich für diesen Gemeindegesang öffnete.

Noch komplexer, da es sich um ein monumentales Werk handelt, das die Geschichte der Geburt von Jesus verarbeitet, war das Weihnachtsoratorium, das der Organist Saint-Saens 1858 geschaffen und ihm eine lyrische Grundstimmung verpasst hat. Mit vier Vokalsolisten war man gut aufgestellt, um im zweiten Teil der zirka 35-minütigen Aufführung im Zusammenspiel mit dem Chor, der für das „Gloria“ zuständig war, mit „Et pastores erant/Gloria in altissimis Deo“ im Solistenquartett die Engelsbotschaft zu verkünden. Beeindruckend vor allem auch das „Expectans, expectavi Dominum“ des nachfolgenden Mezzosprans (Esther Dierkes), die dann im achten Teil wieder mit den anderen Solisten Felina Mathes (Sopran), Wolfgang Vetter (Tenor) und Thomas Schleicher (Bariton) in das „Alleluia“ einstimmte, ehe es im zehnten Teil in den kraftvoll gestimmten Schlusschor ging.