Ein Chor geht neue Wege

vom 21. Oktober 2013

„Taunus-Zeitung“, 9. Oktober 2013.

MGV 1875 Falkenstein will mit einem Pop- und Rockchor weitere Sänger ansprechen.

Der MGV 1875 Falkenstein wagt sich auf neues Terrain. Mit einem Pop- und Rockchor soll Schwung in den traditionsreichen Verein kommen.

Falkenstein. „Es ist wichtig, dass man Neues ausprobiert“, findet der Vorsitzende des MGV 1875 Falkenstein, Markus Schleicher. Und weil die Vereinsmitglieder das ähnlich sehen, stellen sie nun einen Pop- und Rockchor auf die Beine. Die Idee wurde zusammen mit Chorleiter Mark Opeskin entwickelt und alle sind sich sicher: „Das hat Potenzial“.

Der Chor ist offen für alle Altersklassen sowie für Männer und Frauen. Nur eines fordert der Chorleiter: dass man singen kann. „Ich setze Qualität in Bezug auf Stimme, rhythmische Begabung und Gehör voraus.“ Ein Vorsingen wird es nicht geben, während der Probenarbeit wird sich jedoch herausstellen, ob die Sänger mit der Literatur zurechtkommen. Dann liegt die Entscheidung bei ihnen, ob sie dabei bleiben wollen.

Zeitgemäße Lieder

Das Repertoire soll zeitgemäß sein. „Wir singen Arrangements von bekannten Hits oder Standards. Das fängt beim Rock’n Roll an bis heute, von Pink bis Otis Redding“, erläutert der Chorleiter. Gesungen wird entweder a cappella oder begleitet mit Klavier, Schlagzeug und Bass.

In der ersten Chorprobe stand „I’m Walking“ auf dem Programm. „Da müssen wir uns erst mal reinfinden. Da sind viel Takt und Bewegung drinnen“, gibt Markus Schleicher zu. Die Stimmung war trotzdem gut. Durch Werbung im Ort waren auch drei neue Sängerinnen gekommen. Doch auf Falkensteiner soll der Popchor nicht begrenzt sein, hält Schleicher fest. „Es ist egal, woher die Sänger kommen.“ Da es im Umkreis keinen Popchor gibt, hofft der Verein auf Zulauf. „Auch in Idstein und Eppstein ist es mit den Chören ein bisschen mau, da wollen ja auch Leute singen“, meint Opeskin. Er leitet in Oberursel auch den Pop- und Jazzchor des Gesangvereins Weißkirchen. Jazz soll beim Popchor in Falkenstein indes keine Rolle spielen.

Wenige Proben

Geprobt wird nur ein Mal im Monat. Das ist ganz bewusst so ausgewählt, denn nicht jeder will wöchentlich Zeit in Gesang investieren. „Das läuft zunächst workshopartig. Wenn Auftritte näher rücken, dann werden wir sicherlich Proben einbauen, zum Beispiel ein ganzes Wochenende lang“, erklärt der Chorleiter. Die Mitglieder des Popchors, die öfter singen wollen, können selbstverständlich im Männer-, Frauen- oder gemischten Chor des MGV mitsingen. Wichtig ist Markus Schleicher auch, dass an erster Stelle der Gesang steht und nicht die Vereinsmitgliedschaft: „Viele wollen sich nicht ehrenamtlich engagieren und das ist auch nicht nötig. Jeder kann erst einmal schauen, wie es läuft.“ Für das Ausprobieren hat der Chorleiter einen Rat: „Am erfolgreichsten sind die, die zu zweit oder dritt in die Chorprobe kommen. Dann verliert man die Hemmung.“

Das nächste Ziel ist schon angepeilt: „Wir wollen unbedingt im Frühling vor Ostern ein Konzert gestalten“, erzählt Opeskin. Auch die nächsten Songs sind bereits geplant: „`Mercy, mercy, mercy` wollen wir machen, und was ganz bestimmt gesungen wird ist `Sweet dreams`von den Eurythmics.“ Der Rest werde sich ergeben. (krg)