Musikalische Gipfelstürmer sorgen für melodische Höhenflüge

„Königsteiner Woche“ vom 8.10.2015

Falkenstein (js) – Feiern, feiern und nochmals feiern, lautete das Credo des MGV 1875 Falkenstein, der am vergangenen Wochenende an gleich drei Abenden hintereinander die Bühne des Bürgerhauses in Beschlag genommen hatte. Anlass hierfür war das stolze 140-jährige Jubiläum eines „Vereinsurgesteins“, dem es gelungen ist, so viele Generationen mit seiner Gesangskunst zu erfreuen und gleichzeitig zu überdauern.

Kein Wunder also, dass sich an diesem Jubiläumsabend so ziemlich alles ums Singen drehte. Dabei sorgte aber bei Weitem nicht nur der MGV selbst für musikalischen Ohrenschmaus, sondern auch fünf weitere Falkensteiner Vereine, die sich, auch wenn sie ansonsten nicht viel mit Musik am Hut haben, dem Gesangswettbewerb tapfer stellten. Doch bevor mit dem Songcontest so richtig in die Vollen gegangen werden konnte, durfte natürlich die gute alte „Olga Orange“ zum Einstieg in die rauschende Partynacht nicht fehlen.  …..

Nach dem süß-sauren Galgenhumor wurde es schließlich wieder etwas stiller im Saal, was ganz allein Zauberkünstler Felix Gauger zuzuschreiben war, der zur Abwechslung mal nicht zum Lachen, sondern zum Staunen animierte. Wem gelingt es schon, aus einem völlig inhaltlosen, roten Luftballon beim Zerplatzen eine Flasche Wein zu entlocken? Doch bevor man darüber rätseln konnte, da folgte auch schon die nächste, magische Überraschung, mit der so keiner wirklich gerechnet hatte. …

Der Schlagersänger und Newcomer Patrick Kümmel beehrte an diesem Abend die Falkensteiner mit fetzigem Schlager, der nicht nur für abgefahrene Stimmung sorgte, sondern auch gleichzeitig schon mal auf den bevorstehenden Songcontest einstimmte. Nachdem die Stimmung bereits bestens aufgeheizt und die hungrigen Mägen ebenfalls in ausreichendem Maße gefüllt waren, ging es zum lange ersehnten und spannenden Teil des Abends über. Denn schließlich sollten ja die eingeladenen Vereine ihrem Gastgeber, dem MGV, auch zeigen, was sie musikalisch auf dem Kasten haben. Allen mutig voran startete der Heimatverein, der aus vollem Halse eine Hommage an die wunderbare Heimat anstimmte. Lumpen ließ sich aber auch die Konkurrenz nicht, die ebenfalls beherzt die Stimme erhob, so wie beispielsweise der „MGV Nord“. Einen wirklich guten Einfall hatte das Partnerschaftskomitee, das neben einem deutschen Lied auch gleich noch zu Ehren der anwesenden französischen Gäste das „Frére Jacques“ erklingen ließ. Etwas in die Trickkiste greifen musste hingegen die TSG Falkenstein, die zwar mit dem Vorsitzenden Jörg Pöschl ein wenig unterrepräsentiert war, aber Not macht ja bekanntlich erfinderisch und so wurden die beiden Kellner einfach kurzerhand ihres Amtes enthoben und zur Verstärkung des Einmannchores als die „singenden Kellnermeister“ ein wenig zweckentfremdet. … Sieger des Abends war der Mandolinenclub. Sowohl die in dunkle Mönchkostüme als auch das durch und durch geradezu andächtig klingende „Krasnawolski“, das immerzu im Gleichklang wiederholt wurde, stießen auf großen Zuspruch. Den Pokal in Form eines goldenen Mikrofons gab es angesichts solch origineller gesanglicher Beiträge glücklicherweise dann auch in fünffacher Ausfertigung.